Mittwoch, 8. Juni 2016
Vom Geben und Nehmen
frankl, 21:00h
Zugegeben, diesen Text zu verfassen, geschieht unter der Annahme, daß sich Gleichgesinnte finden, die - Wortspiele vernehmend - diese genießen und nicht vorgeben, desinteressiert zu sein an solcherlei Geschwurbel, was ziellos herumgeistert, scheinbar ohne einen Faden aufzunehmen. Wer sich aber hineinbegibt in das Spiel mit Worten, kann es genießen, weil es sich selbst genügt, das Verdrehen der Bedeutung durch Anfügen oder Ändern von wenigen Buchstaben, und Freude empfinden am Charme der Sprache. Ergebenst, FrankL
Geben sei seliger denn Nehmen, wird in einem alten, schweren, meist schwarzen Buch, häufig mit Kreuz verziert, kolportiert. Was aber hilft es zu geben, ohne einen Abnehmer zu haben? Schnell wird aus dem seligen Geben ein verzagtes Aufgeben. Durch Anfügen von 'an' an die beiden Protagonisten wird etwas Neues erreicht, denn kann jemand behaupten, Angeben sei besser als Annehmen?
Die Zielrichtung des Gebens ist meist - fast immer - nach außen, die des Nehmens entgegengesetzt, von außen nach innen. Eine Ausnahme stellt die Umgebung dar, weil sie keine Richtung hat. Umnehmen gibt es ebenfalls. Ein Schal, der umgelegt wird, kann auch als umnommen gelten.
Zwei Absätze nach Beginn haben bereits AB, AUF, AN, AUS, und UM Zugang zu unserem Titel gefunden. Die Bandbreite an Bedeutung allein dieser Verknüpfungen ist enorm.
AB: Abgeben heißt teilen unter Freunden, beim Sport ein Spielgerät weitergeben, eine Arbeit einreichen, ebenso wie die Steuerunterlagen. Man kann einen Schuß abgeben oder den Löffel. Derjenige, der den Schuß sozusagen annimmt, gibt zuweilen den Löffel ab. Ungeklärt bleibt, wer diesen eigentlich annimmt. Beim Fußball oder Volleyball werden gleichermaßen Schüsse abgegeben, die durchaus angenommen werden können, ohne den Löffel abzugeben. Weiterhin gibt man einen Tip ebenso ab wie ein Bild, ein gutes oder eins des Jammers, manchmal ist es auch passabel. Gebe ich mich nicht nur mit Tennis ab, sondern spiele es, gebe ich ab und zu auch Punkte oder gar Sätze und Spiele ab. Abnehmen ist einerseits Gewichtsverlust, andererseits nimmt man niemandem ab, überschüssige Pfunde nicht verlieren zu wollen. Ein neu fertiggestelltes Labor wird genauso abgenommen wie Blut oder ein Ton, eine Last, sei es von einem Sockel oder vom Gemüt. Den Hut kann ich abnehmen oder einfach nur nehmen, wobei die Konsequenzen aus dem einfachen letzteren sicher schwerer wiegen. Die Polizei oder der Dieb nimmt mir etwas ab, die Rechtmäßigkeit dessen - Vorgang und auch Objekt - liegt unterschiedlich verteilt, nie beim Dieb. Den Telefonhörer nimmt man nur noch selten ab, obwohl deutlich mehr telefoniert wird als früher. Körperteile werden abgenommen, wenn nichts sonst mehr hilft. Der Mond nimmt ab wie ich Gewicht, wir beide nehmen sicher wieder zu.
Nach dem ab kommt meist wieder ein auf und vice versa, so auch hier. Aber bevor wir uns diesem zuwenden, bleiben wir noch kurz beim Stamm bzw. den Stämmen. In dieser Abhandlung werde ich versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen einzuhalten, einfach um meinem Harmoniebedürfnis zu entsprechen, ist ja schließlich mein Blog. Manchmal allerdings gibt es Dissonanzen, ganz ohne wäre es auch langweilig. Eine solche stellt die Gabe dar, einerseits weil es keine analoge Nahme gibt, andererseits weil die Richtung nicht stimmt. Als Gabe wird etwas bezeichnet, was einem gegeben wurde, sie ist also passiv, und das stimmt, eine Gabe wird nur angenommen, wenn es sich um ein Geschenk handelt, nicht aber um ein Talent. Das Wort impliziert allerdings, daß der passiven und zusätzlich gebeugten Gabe ein aktives (aufrechtes) Geben vorangegangen ist, dieses Geben könnte dann, je nach Weltanschauung, nur entweder vom fliegenden Spaghettimonster oder einem anderen höheren Wesen unternommen worden sein, oder die Gabe ist doch die Konsequenz aus einer gelungenen Kombination von Erbanlagen unserer Vorfahren.
Bevor es wieder aufwärts geht, eine Zwischenbilanz der Erweiterungen: neu dazugekommen sind WEITER, GE und UNTER, zugegeben nicht alles Präpositionen.
AUF: Aufzugeben heißt, alle Hoffnung fahren lassen, sich nicht mehr anzustrengen, die Segel zu streichen, es sei denn, man gehört einem Lehrkörper an. Lehrende geben Lernenden etwas auf, etwa einen Aufsatz zum Thema 'Auf und Ab' zu verfassen. Bezieht sich das Aufgeben nicht auf sich oder lehrt man nicht, ist es auch möglich, so etwas wie einen Brief oder ein Paket aufzugeben, und auch Lehrende können das, nebenbei bemerkt. Neben sich und jemandem Etwas können auch Personen oder Tiere, Städte, Prinzipien oder Haltungen aufgegeben werden. Einer Aufgabe kann man sich verschreiben, was etwas ganz anderes ist, als sich beim Lösen einer Aufgabe zu verschreiben, oder gar sein Leben widmen. Aufgaben können von unseren Lehrenden gestellt, aber auch von Jedermann übernommen werden. Manche werden übergeben, andere entstehen sozusagen aus dem Nichts bzw. weil sich etwas Unvorhergesehenes ereignet. In beiden Fällen - gestellt oder übernommen - ist eine Lösung im Allgemeinen positiv. Aufgaben können auch zu Rätseln mutieren, sie sind dann weiter von einer Lösung entfernt als zuvor. Jemandem Rätsel aufzugeben meint, für Denjenigen unverständlich zu sein. Den Geist aufgeben ist final, für Lebewesen wie für Dinge.
Jemanden aufzunehmen geschieht entweder unspektakulär oder benötigt ein oder folgt einem Ritual. Die Anzahl derer, die den nächsten Kandidaten aufnehmen, erhöht sich mit jedem Vorgang, sei es eine Institution oder ein loser Verbund. Aber nicht nur Lebewesen, sondern auch Etwas kann aufgenommen werden, z.B. etwas zuvor Heruntergefallenes, etwa mit einem Aufnehmer, etwas anderes als ein Aufnehmender, wobei ein Aufnehmer ein aufnehmender Lappen ist, ein Spielgerät wie ein Ball, ein Stück Musik, ein Theaterstück, selbst der Informationsträger selbst wird aufgenommen, der Faden, erzählerisch oder beim Stricken, ein Gedanke, bevor er weitergesponnen oder wieder fallengelassen oder verworfen wird, ein Eintrag in eine Enyklopädie, ein Job, Flüchtlinge, ein Flüchtlingsboot viel zuviele Menschen, ein Kredit, Windeln Ausscheidungen, Seen oder Meere Flüsse.
Bevor es mit AN weitergeht, begrüßen wir ÜBER in unseren Reihen.
AN: Angeben kann man viel, wenn man nach etwas gefragt wird. Der Angeber hat sich seine Bezeichnung durch Übertreibung oder Verzerrung erworben, seine Angaben entsprachen zu häufig nicht der Realität. Alternativ ist es ein Sportler, der eine Angabe ausführt. Dieser wird, ähnlich wie jemand, der neutral und wahrheitsgemäß etwas angibt, z.B. den Hergang eines Verkehrsunfalls, durch ein 'end' inmitten des Angebers von diesem unterschieden.
Angenommen, Sie nähmen den Pass ihres Mitspielers gekonnt an, wo hielten Sie sich auf? Ziemlich wahrscheinlich auf einem Spielfeld. Dieses ändert seine Abmessungen und Form, evtl. sogar den Untergrund, wenn Sie die Angabe eines Gegenspielers anzunehmen versuchen. Einen Rat können Sie ebenso annehmen, am besten einen guten. Das können Sie im Vorfeld nicht unbedingt wissen, aber gegebenenfalls annehmen, es handle sich um einen solchen. Hat der Paketzusteller einen guten Tag, klingelt er bei Ihnen. Ist der Tag außergewöhnlich gut, sind Sie sogar zuhause, um das Paket anzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit für einen guten Tag sinkt rapide, je höher Sie in einem Miethaus wohnen. Dass sie an diesem Tag zuhause sind, spielt dann keine Rolle mehr.
Der Pate macht Ihnen ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können, also nehmen Sie es an und akzeptieren die Konsequenzen, obwohl es eigentlich nicht annehmbar war, vermutlich wegen befürchteter anderweitiger Konsequenzen. Wenn alles schief läuft, muß sich endlich einmal jemand der Sache annehmen, der sich damit auskennt, ansonsten bliebe die Annehmlichkeit auf der Strecke, was unangenehm wäre. Apropos, rosa Männersocken haben Farbe, beispielsweise von einem roten T-Shirt, angenommen, welches zuvor starken Essensgeruch angenommen haben könnte, weswegen es zu heiß gewaschen wurde.
Demnächst gibt es Neues vom Geben und Nehmen.
Geben sei seliger denn Nehmen, wird in einem alten, schweren, meist schwarzen Buch, häufig mit Kreuz verziert, kolportiert. Was aber hilft es zu geben, ohne einen Abnehmer zu haben? Schnell wird aus dem seligen Geben ein verzagtes Aufgeben. Durch Anfügen von 'an' an die beiden Protagonisten wird etwas Neues erreicht, denn kann jemand behaupten, Angeben sei besser als Annehmen?
Die Zielrichtung des Gebens ist meist - fast immer - nach außen, die des Nehmens entgegengesetzt, von außen nach innen. Eine Ausnahme stellt die Umgebung dar, weil sie keine Richtung hat. Umnehmen gibt es ebenfalls. Ein Schal, der umgelegt wird, kann auch als umnommen gelten.
Zwei Absätze nach Beginn haben bereits AB, AUF, AN, AUS, und UM Zugang zu unserem Titel gefunden. Die Bandbreite an Bedeutung allein dieser Verknüpfungen ist enorm.
AB: Abgeben heißt teilen unter Freunden, beim Sport ein Spielgerät weitergeben, eine Arbeit einreichen, ebenso wie die Steuerunterlagen. Man kann einen Schuß abgeben oder den Löffel. Derjenige, der den Schuß sozusagen annimmt, gibt zuweilen den Löffel ab. Ungeklärt bleibt, wer diesen eigentlich annimmt. Beim Fußball oder Volleyball werden gleichermaßen Schüsse abgegeben, die durchaus angenommen werden können, ohne den Löffel abzugeben. Weiterhin gibt man einen Tip ebenso ab wie ein Bild, ein gutes oder eins des Jammers, manchmal ist es auch passabel. Gebe ich mich nicht nur mit Tennis ab, sondern spiele es, gebe ich ab und zu auch Punkte oder gar Sätze und Spiele ab. Abnehmen ist einerseits Gewichtsverlust, andererseits nimmt man niemandem ab, überschüssige Pfunde nicht verlieren zu wollen. Ein neu fertiggestelltes Labor wird genauso abgenommen wie Blut oder ein Ton, eine Last, sei es von einem Sockel oder vom Gemüt. Den Hut kann ich abnehmen oder einfach nur nehmen, wobei die Konsequenzen aus dem einfachen letzteren sicher schwerer wiegen. Die Polizei oder der Dieb nimmt mir etwas ab, die Rechtmäßigkeit dessen - Vorgang und auch Objekt - liegt unterschiedlich verteilt, nie beim Dieb. Den Telefonhörer nimmt man nur noch selten ab, obwohl deutlich mehr telefoniert wird als früher. Körperteile werden abgenommen, wenn nichts sonst mehr hilft. Der Mond nimmt ab wie ich Gewicht, wir beide nehmen sicher wieder zu.
Nach dem ab kommt meist wieder ein auf und vice versa, so auch hier. Aber bevor wir uns diesem zuwenden, bleiben wir noch kurz beim Stamm bzw. den Stämmen. In dieser Abhandlung werde ich versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen einzuhalten, einfach um meinem Harmoniebedürfnis zu entsprechen, ist ja schließlich mein Blog. Manchmal allerdings gibt es Dissonanzen, ganz ohne wäre es auch langweilig. Eine solche stellt die Gabe dar, einerseits weil es keine analoge Nahme gibt, andererseits weil die Richtung nicht stimmt. Als Gabe wird etwas bezeichnet, was einem gegeben wurde, sie ist also passiv, und das stimmt, eine Gabe wird nur angenommen, wenn es sich um ein Geschenk handelt, nicht aber um ein Talent. Das Wort impliziert allerdings, daß der passiven und zusätzlich gebeugten Gabe ein aktives (aufrechtes) Geben vorangegangen ist, dieses Geben könnte dann, je nach Weltanschauung, nur entweder vom fliegenden Spaghettimonster oder einem anderen höheren Wesen unternommen worden sein, oder die Gabe ist doch die Konsequenz aus einer gelungenen Kombination von Erbanlagen unserer Vorfahren.
Bevor es wieder aufwärts geht, eine Zwischenbilanz der Erweiterungen: neu dazugekommen sind WEITER, GE und UNTER, zugegeben nicht alles Präpositionen.
AUF: Aufzugeben heißt, alle Hoffnung fahren lassen, sich nicht mehr anzustrengen, die Segel zu streichen, es sei denn, man gehört einem Lehrkörper an. Lehrende geben Lernenden etwas auf, etwa einen Aufsatz zum Thema 'Auf und Ab' zu verfassen. Bezieht sich das Aufgeben nicht auf sich oder lehrt man nicht, ist es auch möglich, so etwas wie einen Brief oder ein Paket aufzugeben, und auch Lehrende können das, nebenbei bemerkt. Neben sich und jemandem Etwas können auch Personen oder Tiere, Städte, Prinzipien oder Haltungen aufgegeben werden. Einer Aufgabe kann man sich verschreiben, was etwas ganz anderes ist, als sich beim Lösen einer Aufgabe zu verschreiben, oder gar sein Leben widmen. Aufgaben können von unseren Lehrenden gestellt, aber auch von Jedermann übernommen werden. Manche werden übergeben, andere entstehen sozusagen aus dem Nichts bzw. weil sich etwas Unvorhergesehenes ereignet. In beiden Fällen - gestellt oder übernommen - ist eine Lösung im Allgemeinen positiv. Aufgaben können auch zu Rätseln mutieren, sie sind dann weiter von einer Lösung entfernt als zuvor. Jemandem Rätsel aufzugeben meint, für Denjenigen unverständlich zu sein. Den Geist aufgeben ist final, für Lebewesen wie für Dinge.
Jemanden aufzunehmen geschieht entweder unspektakulär oder benötigt ein oder folgt einem Ritual. Die Anzahl derer, die den nächsten Kandidaten aufnehmen, erhöht sich mit jedem Vorgang, sei es eine Institution oder ein loser Verbund. Aber nicht nur Lebewesen, sondern auch Etwas kann aufgenommen werden, z.B. etwas zuvor Heruntergefallenes, etwa mit einem Aufnehmer, etwas anderes als ein Aufnehmender, wobei ein Aufnehmer ein aufnehmender Lappen ist, ein Spielgerät wie ein Ball, ein Stück Musik, ein Theaterstück, selbst der Informationsträger selbst wird aufgenommen, der Faden, erzählerisch oder beim Stricken, ein Gedanke, bevor er weitergesponnen oder wieder fallengelassen oder verworfen wird, ein Eintrag in eine Enyklopädie, ein Job, Flüchtlinge, ein Flüchtlingsboot viel zuviele Menschen, ein Kredit, Windeln Ausscheidungen, Seen oder Meere Flüsse.
Bevor es mit AN weitergeht, begrüßen wir ÜBER in unseren Reihen.
AN: Angeben kann man viel, wenn man nach etwas gefragt wird. Der Angeber hat sich seine Bezeichnung durch Übertreibung oder Verzerrung erworben, seine Angaben entsprachen zu häufig nicht der Realität. Alternativ ist es ein Sportler, der eine Angabe ausführt. Dieser wird, ähnlich wie jemand, der neutral und wahrheitsgemäß etwas angibt, z.B. den Hergang eines Verkehrsunfalls, durch ein 'end' inmitten des Angebers von diesem unterschieden.
Angenommen, Sie nähmen den Pass ihres Mitspielers gekonnt an, wo hielten Sie sich auf? Ziemlich wahrscheinlich auf einem Spielfeld. Dieses ändert seine Abmessungen und Form, evtl. sogar den Untergrund, wenn Sie die Angabe eines Gegenspielers anzunehmen versuchen. Einen Rat können Sie ebenso annehmen, am besten einen guten. Das können Sie im Vorfeld nicht unbedingt wissen, aber gegebenenfalls annehmen, es handle sich um einen solchen. Hat der Paketzusteller einen guten Tag, klingelt er bei Ihnen. Ist der Tag außergewöhnlich gut, sind Sie sogar zuhause, um das Paket anzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit für einen guten Tag sinkt rapide, je höher Sie in einem Miethaus wohnen. Dass sie an diesem Tag zuhause sind, spielt dann keine Rolle mehr.
Der Pate macht Ihnen ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können, also nehmen Sie es an und akzeptieren die Konsequenzen, obwohl es eigentlich nicht annehmbar war, vermutlich wegen befürchteter anderweitiger Konsequenzen. Wenn alles schief läuft, muß sich endlich einmal jemand der Sache annehmen, der sich damit auskennt, ansonsten bliebe die Annehmlichkeit auf der Strecke, was unangenehm wäre. Apropos, rosa Männersocken haben Farbe, beispielsweise von einem roten T-Shirt, angenommen, welches zuvor starken Essensgeruch angenommen haben könnte, weswegen es zu heiß gewaschen wurde.
Demnächst gibt es Neues vom Geben und Nehmen.
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